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Blick aus dem Atelier, 1954

Werner Schwarz (1918-1994)

Werner Schwarz war ein Berner Künstler, der in grosser Unabhängigkeit seinen eigenen künstlerischen Weg ging. Besonders intensiv beschäftigte er sich mit dem Zusammenspiel von Farbe, Form und Raum und war auf der Suche nach einer kosmischen Ordnung.

Neben der traditionellen Ölmalerei arbeitete er mit Kreide und Glas, zeichnete, entwickelte eine eigene Farbenordnung, fotografierte und widmete sich immer wieder auch dem Medium Film.

Eine kleine, einfache Holzbude in Schliern bei Köniz (Kanton Bern) diente ihm als Atelier. Das Haus wurde nach seinem Tod nicht wesentlich verändert, ist aber gegenwärtig an einen anderen bildenden Künstler vermietet. Die Bude kann auf Anfrage besucht werden.

Biografie

Werner Schwarz wird am 18. Juli 1918 auf einem Bauernhof in Schliern bei Köniz (nahe Bern) geboren. Dem Bauernstand bleibt er sein Leben lang eng verbunden. Er bildet sich auch in Homöopathie, Pflanzenheilkunde und biologischem Landbau aus.

Nach der Schule absolviert er eine Lehre als Stilmöbelzeichner und besucht anschliessend Abendkurse an der Kunstgewerbeschule. Während des Zweiten Weltkriegs leistet er Aktivdienst als Gebirgsfüsilier. 1942 erwirbt er in Bern eine ehemalige Schreinerwerkstatt, die er ab- und in Schliern wieder aufbaut. Ab 1971 dient ihm das bescheidene Holzhaus als ständiger Wohn- und Arbeitsort.

Als freischaffender Künstler malt er zunächst vor allem Landschaften, beschäftigt sich aber intensiv mit der Kunstgeschichte (vor allem mit den alten Meistern wir Albrecht Dürer oder Leonardo da Vinci). Abenteuerliche und längere Reisen führen ihn ab 1950 nach England, in die Türkei, nach Marokko, Indien, Süd- und Nordamerika, Grönland und andere. Insbesondere die Farben und Lichteindrücke aus Grönland wirken stark nach und inspirieren ihn zu seinen Glasbildern. Regelmässig reist er ins Wallis und in die Genferseeregion und hält viele Sujets in seiner näheren Heimat Schliern fest.

Künstlerisch bleibt Schwarz zeit seines Lebens ein Einzelgänger, der sich um die Welt als Ganzes interessiert und mit wachem Sinn unterwegs ist. Fasziniert ist er von der Lehre des Pythagoras‘, die er in seinen geometrischen Gemälden und Glasbildern umzusetzen versucht.

Kurz vor seinem 50. Geburtstag entdeckt er die Filmerei, in die er einen grossen Teil seiner Energie, seines Geldes und seiner Zeit steckt. An den Solothurner Filmtagen werden 1976 sein Film «Dazwischen» und 1980 die Produktion Punktum gezeigt.

Am 17. Mai 1994 stirbt Werner Schwarz nach kurzer, schwerer Krankheit. Er hinterlässt ein umfangreiches Werk an Bildern, Zeichnungen, Glasbildern, Filmen und Fotografien, um dessen Erhalt und Verbreitung sich die Stiftung Werner Schwarz kümmert.