Stiftung Werner Schwarz
Fuchsweg 15
3097 Liebefeld
stiftung@wernerschwarz.ch
Als Werner Schwarz die Stiftung ins Leben gerufen hat, gingen nicht nur das umfangreiche und vielseitig Werk in den Besitz der Stiftung über, sondern auch die Bude und das Land auf der sie steht. Die Bude ist der Ort, an dem der Geist von Werner Schwarz am besten erfahrbar ist. Das Gebäude, in dem Werner einen grossen Teil seines Lebens gearbeitet und später auch gewohnt hat, hat eine sprichwörtlich bewegte Geschichte.
Offenbar hatte es an der Landesausstelleung 1914 in Bern eine – leider schlecht dokumentierte – Rolle gespielt. Gesichert ist die Tatsache, dass es Werner 1942 mit einem Freund im Rosengarten abgebaut und in Schliern wieder aufgebaut hat.
Zuerst nutzte Werner seine Bude nur als Arbeitsort. Ab 1971 hatte er dort auch seinen festen Wohnsitz.
Seit dem Tod von Werner 1994 ist die Bude praktisch unverändert erhalten geblieben. Im ersten Stock hat man das Gefühl, Werner sei auf einer seiner langen Reisen und komme demnächst wieder zurück.
Die Werkstatt im Parterre ist langjährig an einen Berner Künstler vermietet, der den Raum für sein eigenes Schaffen vielseitig nutzt.
Über die Jahre hat die Stiftung für Unterhalt von Bude und Grundstück einen massgeblichen Anteil des Stiftungsvermögens eingesetzt und der Holzbau bleibt weiterhin eine finanzielle Herausforderung.
Die Nutzung und Zukunft der Bude war im Stiftungsrat schon lange und immer wieder ein Diskussionspunkt. Ideen wurden gesponnen und wieder verworfen.
2022 zwang uns ein Dachschaden dazu, konkreter über das Thema nachzudenken. Mittelfristig stellt sich die Frage, wie ein Haus ohne Wasser und Kanalisationsanschluss, ein Haus, das nicht isoliert ist und über ein vollständiges Fundament verfügt im Sinne von Werner Schwarz erhalten und genutzt werden kann.
Mit dieser Frage verbunden ist die Diskussion um der Vision der Stiftung. Wo sieht sich die Stiftung in zwanzig Jahren, wo in hundert? Wie kann die Erinnerung an Werner Schwarz am Leben erhalten werden, wenn es einmal keine Zeitgenossinnen und Zeitgenossen mehr gibt? Was würde passieren, wenn die Stiftung insolvent würde? Wie ist es möglich, der Stiftung nachhaltig und regelmässig neues Geld zuzuführen?
Ein weiterer Aspekt der Ausgangslage:
Im Kanton Bern ist die künstlerische Szene vielfältig und lebendig. Institutionen wie z.B. der PROGR bieten Raum für Kunstschaffende in mehr als 70 Atelierräumen im Stadtzentrum von Bern. In vielen Gesprächen mit KulturakteurInnen wurde uns bestätigt, dass die verfügbaren Atelierflächen sehr begrenzt sind. Dies gerade auch für junge Kunstschaffende, die nicht die Mittel für Marktmieten aufbringen können.
Dabei kann noch zwischen Wohnateliers und reinen Arbeitsateliers unterschieden werden. Je nach Lebenssituation und finanziellen Möglichkeiten ist dies ein entscheidender Unterschied.